Im Wandel der Urbanisierung

Auswirkung der Urbanisierung auf die Gestaltung heutiger und zukünftiger Wohnkonzepte

Der Rhythmus einer Stadt ist geprägt durch die Menschen, die sie beleben – und immer mehr zieht es vom Land in die Städte. Aus der zunehmend dichteren Bebauung und dem engeren Beisammenwohnen ist das Konzept des Mikrowohnens entstanden. „Um die individuelle Lebensqualität mit dem zunehmend geringeren Wohnraum in Einklang zu bringen, müssen multifunktionale Lösungen gefunden werden“, erklärt Margot Schatzl von der Österreichischen Möbelindustrie.

Die maximal effektive Ausnutzung des Wohnraumes findet seinen Ursprung in der 1990er Jahren mit dem „Tiny House Movement“ in den USA und hat sich seither immens weiterentwickelt. Dabei tendiert die Raumaufteilung weg von einer gewöhnlichen Mietshausaufteilung hin zu kleineren privaten Räumen in Verbindung mit großen Gemeinschaftsbereichen. Bereits heute zeigen sich solche Tendenzen in gemeinsam genutzten (Dach-)Gärten, Bibliotheken oder Lounge- und Essbereichen. Längerfristig werden sich gemeinschaftlich genutzte Orte auch auf das innerstädtische Wohnen auf Zeit, das vor allem Studenten, Singles und Pendler anspricht, ausweiten. Weiterhin spiegelt sich in den neuen Wohnformen auch ein Umbruch des klassischen Rollenverständnisses wider. So finden sich neben dem urbanen Small Space Living ebenso gemeinschaftliche Wohnmodelle, angelehnt an die traditionelle Großfamilie, bis zum temporären Wohnen auf Zeit in einer voll ausgestatteten Wohnung.

Je nach Größe lassen sich Wohn-, Koch- und Essbereich in einem einzigen Lebensraum zusammenführen, und zwar mittels flexibler und vielfältig einsetzbarer Möbel. Bietet sich für einen Single eine gemütliche Schlafcouch an, legt die Großfamilie Wert auf ein offenes, platzsparendes Küchensystem mit integriertem Essbereich. Dabei ist die Küche kein geschlossener Arbeitsbereich mehr für die Hausfrau und Mutter, sondern wird zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Familie. Dieser Wandel ist der Tatsache geschuldet, dass die Frau von heute arbeiten geht, sich mit Freunden trifft und diverse andere Interessen verfolgt – sie vereint viele verschiedene Rollen in sich. Ähnlich ist es mit den heutigen Küchenmodellen, die durch ihre smarte Aufteilung ebenso zeiteinsparend sind. „Neue Lebensräume zu schaffen heißt auch zusätzliche Lebenszeit gewinnen“, fasst Margot Schatzl zusammen.

Heute wie auch in Zukunft hat dabei die Individualität einen hohen Stellenwert und findet ebenso Ausdruck in den eigenen vier Wänden. Ein kleinerer Raum geht nicht zwingend mit einer eingeschränkten Entfaltung der Individualität einher. Verschiedene Ausführungen in Farbe und Material ermöglichen es, sich im kleinsten Raum persönlich zu entfalten. Aber auch Einzelanfertigungen rücken bei einer platzsparenden sowie individuellen Raumgestaltung immer mehr in den Vordergrund. Ebenso öffnet die Globalisierung die Türen für Reisen und wir richten uns mit Habseligkeiten aus aller Welt ein.

Zugleich passt sich die Einrichtung an unsere Lebensläufe an, die von schnellen, unvorhersehbaren Umbrüchen gezeichnet sind. Sobald sich unsere Bedürfnisse ändern, ändert sich auch unser Wohnumfeld. Dies zeigt sich auch in der zunehmenden Verschmelzung der Work-Life-Balance, die ebenso individuell wie unser Zuhause gestaltet wird. Ein fließender Übergang zeigt sich beispielsweise in neuen, offenen Raumkonzepten an der Arbeit und einem mit Netzwerkanschlüssen und funktionalem Schreibtisch ausgestatteten Homeoffice, der ebenso anderweitig umfunktioniert werden kann. Ein Beispiel hierfür sind höhenverstellbare Tische, an denen man flexibel stehen oder sitzen kann. „Die Zweckhaftigkeit der Möbel erweitert sich, sodass es nicht verwunderlich ist, dass sich das Mobiliar auch in wenigen Handgriffen verpacken und transportieren lässt“, resümiert Margot Schatzl.

Pressematerial (28 MB)

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